Leitbild der Reha Offenburg


 

Halt im Leben
Die Reha Offenburg gibt Halt im Leben. Sie schafft Raum zum Arbeiten, Bilden, Wohnen und sich Begegnen.
Halt geben können, setzt Haltung haben, voraus. Wir gestalten Beziehung und Umfeld so, dass diese klar, wertschätzend, verlässlich und fordernd sind, ohne zu überfordern. Eine Vielfalt von Methoden gepaart mit einem wertschätzenden Umgang ermöglicht uns eine kompetente Begleitung der Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung.

 

Vision
Sowohl in unseren Arbeitsfeldern als auch in der Gesellschaft orientieren wir uns an der Vorstellung, dass Menschen mit ihren unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten mit unseren Angeboten im jeweiligen Sozialraum gleichberechtigt und selbstbestimmt miteinander leben und voneinander lernen.
Die Grundaussagen der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) und deren Ausgestaltung auf die Rechte und Bedürfnisse der Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung sind für uns leitend. Wir bringen das Selbstbestimmungsrecht und die Individualität des Einzelnen und unseren Leitsatz „Halt im Leben“ in Einklang.
Neben der Durchführung gesetzlich konkreter Maßnahmen geht es darum, den Menschen Halt zu geben, ein Gefühl des Gebraucht-Werdens zu vermitteln und eine Wertschätzung entgegenzubringen, die unabhängig von Diagnose und der individuellen Biografie ist. Wir stellen uns in allen Bereichen den fachlichen Herausforderungen: Unterstützen, Bilden, und Vermitteln von Kompetenzen aller Art.
Multiprofessionelle, gut aus- und weitergebildete und motivierte Teams bilden die Grundlage unserer Arbeit.
Mit unserer Digitalisierungsstrategie „Digital voll menschlich“ ermöglichen wir digitale Teilhabe und schaffen digitale Standards in unserem Arbeitsalltag. Wir sehen die Möglichkeit der Digitalisierung als wertvolle Ergänzung pädagogischer Arbeit.
Zukunftsfähiges Wirtschaften beinhaltet die Schonung aller Ressourcen. Klimaneutrales Arbeiten fordert uns heraus.
Wirtschaftlichkeit und gute soziale Arbeit bedeuten keinen Widerspruch.

 

Grundsätze für das gemeinsame Miteinander
Wir bieten Mitarbeitenden einen individuellen Handlungsspielraum in einem vorgegebenen Rahmen.
Wir schaffen Raum für Mitwirkung und Mitgestaltung.
Wir kommunizieren miteinander auf Basis eines Werte-Kanons: auf Augenhöhe, wertschätzend, vertrauensvoll, höflich und respektvoll.
Sich gegenseitig herausfordern und bereichern bildet die Grundlage für die Qualität unserer Arbeit in einem multiprofessionellen Team.

 

Fachliches Selbstverständnis
Wir ermöglichen selbstbestimmtes Leben für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, schaffen individuelle Lernfelder und fördern den Mut zur Veränderung und die Möglichkeit der Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei unterstützen uns systemische und transaktionsanalytische Ansätze und Methoden.
Unsere Betreuungs-Leitlinien (Selbstverständnis, Krankheitsverständnis und Beziehungsarbeit) bilden den Rahmen für eine gelingende pädagogische Arbeit.
Wir ermöglichen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die bei uns Leistungen in Anspruch nehmen, bedürfnisgerechte, ressourcenorientierte und digitale Teilhabe.
Wir begegnen einander mit Wertschätzung und Neugierde und nehmen dabei die Bedürfnisse der Menschen in den Fokus.
Wir versuchen mit allen Menschen unabhängig von ihren besonderen Merkmalen, Diagnosen oder Lebensläufen, einen gemeinsamen Weg zu gehen.
Die Qualität unserer Arbeit sichern wir durch kontinuierliche Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden. 

 

Zusammenarbeit nach außen
Wir arbeiten vertrauensvoll mit allen Akteuren und Kooperationspartner im Sozialraum zusammen.
Als Teil eines digitalen Netzwerks in der Sozialwirtschaft beteiligen wir uns aktiv an deren Weiterentwicklung.
Wir pflegen Kontakt zu Verbänden, Persönlichkeiten und Befürwortern, um uns für die Bedürfnisse und Teilhabe von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen stark zu machen.
Wir informieren durch eine kontinuierliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und nutzen alle relevanten Kommunikationsmittel zu Wirtschaft und Politik.

 

 

Pädagogische und menschliche Grundlagen unserer Arbeit


 

Was sind unsere Ziele und pädagogischen Grundwerte?
Die Verbesserung der Lebensqualität der bei uns lebenden und arbeitenden Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist ein wesentliches Ziel unserer Arbeit. Unsere Betreuung und Begleitung ist dabei vornehmlich auf Hilfestellungen zum Leben mit der Beeinträchtigung und auf die Bewältigung bzw. Minderung krankheitsbedingter Beeinträchtigungen gerichtet. Des Weiteren ist die Steigerung der Selbstständigkeit ein zentrales Ziel unserer Arbeit. Unser kompetentes und erfahrenes Personal sorgt stets für eine optimale Betreuung und Begleitung. Dazu gehört beispielsweise, das individuell richtige Maß zwischen Fordern und Fördern zu finden. Ein Zuviel von Beidem kann in eine Krise münden. Obwohl Krisen vielfach unabdingbar zu der Beeinträchtigung dazu gehören und die Betreuungseinrichtung hier ein sehr hohes Maß an Akzeptanz erbringt, gilt die Maxime der Krisenabschwächung durch entsprechende Gestaltung der Rahmenbedingungen.

Das richtige und gute Maß zu finden, bezieht sich auch auf die Intensität und Ausgestaltung der Teilhabemöglichkeiten. Die Einrichtung muss geschützte Räume, Rückzugsmöglichkeiten und intensive Begleitung genauso ermöglichen, wie ein sich „wieder zurechtfinden“ in der eigenen Wohnung und auf dem Arbeitsmarkt – und das mit weniger oder auch keiner professionellen Unterstützung. Je nach Beeinträchtigung sind beide Zielsetzungen wichtig und kommen den Wünschen und Bedürfnissen der betreuten Menschen in unserer Einrichtung entgegen.
Inklusion bedeutet gleichberechtigte Teilhabe an einem geeigneten und passenden Platz mit so viel Unterstützung und Begleitung, wie jeder Einzelne sie benötigt.

 

Was erwarten wir von uns selbst?
Alle unsere Betreuungsbereiche sollen auch ein Raum für die Akzeptanz von Störungen und Beeinträchtigungen sein. Es ist uns wichtig, dass die Menschen, die wir betreuen und begleiten, mit ihrer Normalität leben können: Sie sollen ihre individuelle Lebensqualität und ihren Platz in der Gesellschaft finden. Wir versuchen nicht, die Menschen zu verändern. Vielmehr ist es unser Anliegen, verdeckte Fähigkeiten und Ressourcen zu wecken oder dabei zu helfen, diese wieder zu entdecken. So können sich die von uns betreuten Menschen neu erfahren und selbst entscheiden, ob sie sich ändern wollen.

Ein gutes Betriebsklima mit guten Arbeitsbedingungen ist für uns nicht nur ein Gedanke, sondern Bedingung für die Erfüllung unseres Selbstverständnisses. Um strukturierte Rahmenbedingungen schaffen und eine erfolgreiche pädagogische Arbeit leisten zu können, ist es unser Anspruch, freundlich, höflich, pünktlich und zuverlässig zu sein. Respekt und Wertschätzung in der alltäglichen Arbeit – sowohl in den Teams als auch gegenüber den betreuten Menschen – sind dabei unverzichtbare Voraussetzungen für Veränderungen und Wachstumsprozesse.

 

Wie gestalten wir unsere Beziehungsarbeit?
Menschen an Konzeptionen anzupassen, ist ein autoritärer Gedanke. Konzeptionen an Menschen anzupassen, ist ein humanitärer Gedanke – und gleichsam eine Grundhaltung, die es ermöglicht, auf Menschen individuell einzugehen. Auf eine Veränderung der Rahmenbedingungen, in denen ein betreuter Mensch lebt, reagiert er mit Anpassungsstrategien. Diese können positiver wie negativer Art sein. Aus diesem Grunde konzentrieren wir uns in unserem Bemühen um hilfreiche Veränderung zunächst auf die entsprechende Gestaltung des Umfeldes, also die Rahmenbedingungen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit. Eine sichere, berechenbare und übersichtliche Umgebung hilft dem Betroffenen und ermöglicht einen guten Beziehungsaufbau. Wir bedienen uns einer Vielzahl unterschiedlicher Methoden, um Beziehungen und Arbeitsbündnisse individuell zu gestalten.

Halt im Leben –
ein Platz zum Wohnen und Arbeiten
X