Genesungsbegleiter:innen sind Expert:innen aus eigener Erfahrung. Sie machten selbst Erfahrungen mit seelischen/psychischen Krisen und verschiedenen Hilfesystemen  und nutzen jetzt ihr Erfahrungswissen, um andere Betroffene zu unterstützen und zu begleiten. Dabei wird auch das durch den Austausch mit anderen Betroffenen entstandene, gemeinsame Wissen genutzt.
Die eigene Betroffenheit der Genesungsbegleiter:innen senkt meist schnell die Hemmschwelle zu anderen Betroffenen, so dass durch das gegenseitige Verständnis zügig eine Beziehung aufgebaut wird.
Genesungsbegleiter:innen können Handlungen, Empfindungen und „Situationen“ anderer Betroffener nachvollziehen – ohne viel Erklärung. So ist empathisches und aktives Verstehen in der (Beziehungs-)Arbeit möglich. Genesungsbegleiter:innen können anderen Betroffenen aber nicht nur Verständnis, sondern auch Hoffnung geben. Zu sehen, dass es möglich ist, aus dem „dunklen Loch“, aus einer scheinbar ausweglosen Krise herauszukommen und MIT der Erkrankung ein selbstbestimmtes Leben zu führen, kann viele Betroffene motivieren und ermutigen.
„Es gibt Licht am Ende des Tunnels“.

Auch für Fachkräfte können Genesungsbegleiter:innen eine Bereicherung sein, da sie sich während der Qualifikation intensiv mit der eigenen Geschichte, dem eigenen Genesungsweg und der eigenen Erkrankung auseinandersetzen. Durch das während der Qualifizierung entwickelte Wir-Wissen, bringen Genesungsbegleiter:innen eine neue Perspektive ins Team und erweitern dadurch den Blickwinkel. So entstehen ein neues Verständnis, neue Ideen und eine andere Basis der Begegnung zwischen Fachkräften und Betroffenen.

Die EX-IN Genesungsbegleiter-Qualifikation
EX-IN ist die englische Abkürzung für Experienced Involvment – also „Beteiligung Erfahrener“. In der Qualifikation dazu stehen die Entwicklung von gemeinsamem Erfahrungswissen, durch Austausch der einzelnen Teilnehmer und einer intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Erlebten, im Mittelpunkt.

Menschen mit psychiatrischer Diagnose, die einen EX-IN-Kurs erfolgreich absolvierten – arbeiten inzwischen an Kliniken, an Sozialpsychiatrischen Zentren, im Bereich der beruflichen Rehabilitation, als Dozenten bei Weiterbildungsträgern, in der Jugendhilfe – sprich: überall dort, wo Menschen mit psychischen Schwierigkeiten begleitet und unterstützt werden. [Quelle: EX-IN Deutschland e.V.]

Die beiden Genesungsbegleiter:innen, Anna Bürkle und Eva Weißer, die seit 2021 und 2022 bei der Reha tätig sind, schlossen diese Qualifikation erfolgreich ab.
Sie unterstützen aktuell das Team des Betreuten Wohnens, das Schulprojekt „Verrückt? Na und“ und das Team der BaumFunk-App und sind dabei Ansprechpartner:innen für Betroffene und Fachkräfte.

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