Die MUT-TOUR ist Deutschlands erstes Aktionsprogramm, bei dem sich Menschen mit und ohne Depressionserfahrung auf Tandems durch ganz Deutschland bewegen. Dabei leisten sie durch ermutigende Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag für mehr Offenheit im Umgang mit Depression.
Die MUT-Tour kam im Juni nach Offenburg, wo die Reha Offenburg sowie weitere lokale Institutionen rund um das Thema psychische Gesundheit informierten. Viele interessante Gespräche in entspannter Atmosphäre, sowie Mitmach-Aktionen, Austausch und Begegnung standen im Mittelpunkt.
In Deutschland sind jährlich fast 18 Millionen Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen, das ist mehr als jede vierte erwachsene Person – dennoch fühlen sich viele Menschen allein gelassen, erfahren Stigmatisierung. Seit 2012 setzt sich die MUT-Tour für mehr Austausch und Zusammenhalt von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein. Betroffene, Angehörige und beruflich Helfende fahren auf Tandems oder wandern gemeinsam durch Deutschland. Unterwegs sprechen sie mit Journalisten, Passanten und Entscheidungsträgern über ihre Erfahrungen.
Nach 4100 Kilometern, 3,5 Monaten, 13 Etappen und mehr als 50 öffentlichen Aktionstagen und zahlreichen Interviews fährt das letzte Etappen-Team am 12. September in Bremen zum Finale ein. „Es darf keinen Unterschied mehr machen, ob ich anderen sage, ich gehe heute Nachmittag zum Zahnarzt oder zum Psychotherapeuten“, wird Anais Braun zitiert, eine Teilnehmerin der Tour seit 2024.
Die MUT-Tour ist ein Outdoor-Projekt für Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen und psychischen Erfahrungen. Übernachtungen in der Natur, wetterunabhängige Routen, über 55 Tageskilometer – ein Tour-Alltag, der Mut erfordert und Resilienz stärken soll. Das Tandem ist zentrales Element. Die Tour soll Vertrauen, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit erfahrbar machen. „Wenn man in Bewegung kommt, kommt man wieder in Verbindung – mit der Natur, mit Menschen und mit sich selbst“, wird Marcel Schmitz zitiert, ein weiterer Teilnehmer.


